Wichtigkeit von Glossaren und Termdatenbanken

Wichtigkeit von Glossaren und Termdatenbanken

Otilia Munteanu

21/06/2024

Übersetzungstechnik

In der Fachübersetzung sind Professionalität und Präzision unerlässlich, da jeder Begriff seine branchenspezifische Bedeutung exakt widerspiegeln muss. Eine effektive Verwaltung von Übersetzungen – insbesondere bei großen Volumen – basiert auf einer robusten Terminologieverwaltung. An dieser Stelle werden Terminologiedatenbanken und Glossare unverzichtbar.

Terminologiedatenbanken und Glossare sind spezialisierte Repositorien, die Begriffe und deren Übersetzungen speichern – individuell zugeschnitten auf bestimmte Projekte oder organisatorische Anforderungen. Durch die Standardisierung von Begriffen gewährleisten diese Tools Genauigkeit und Kohärenz, minimieren Fehler und reduzieren das Risiko von Missverständnissen.

In diesem Blogbeitrag erläutern wir die Bedeutung der Erstellung und Nutzung von Terminologiedatenbanken und Glossaren und zeigen, wie sie die Übersetzungsqualität verbessern. Das Verständnis und die Anwendung dieser Werkzeuge sind für Übersetzer, Projektmanager und Brand Marketing Specialists von grundlegender Bedeutung.

 

Was sind Terminologiedatenbanken und Glossare?

Eine Terminologiedatenbank ist eine strukturierte Datenbank, in der Fachbegriffe, Abkürzungen und Akronyme zusammen mit ihren Definitionen, Übersetzungen, Verwendungskontexten und Anmerkungen systematisch erfasst werden – abgestimmt auf ein bestimmtes Fachgebiet oder Projekt. Sie dient als Referenzinstrument für Übersetzer und gewährleistet, dass durchgängig konsistente und präzise Begriffe verwendet werden.

Ein Glossar hingegen ist eine Sammlung von Fachbegriffen und deren Definitionen, meist für ein bestimmtes Thema oder eine Branche zusammengestellt. Während Terminologiedatenbanken oft umfassender und dynamischer sind, verfolgen beide Werkzeuge das Ziel, die Sprachverwendung zu standardisieren, die Übersetzungsqualität zu steigern und die Verständlichkeit über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg zu verbessern. Sie bieten Übersetzern eine zuverlässige Quelle freigegebener Begriffe, reduzieren das Risiko von Inkonsistenzen und Fehlern und sichern so ein präzises und kohärentes Endprodukt.

 

Für welche Organisationen sind Terminologiedatenbanken und Glossare wichtig?

Terminologiedatenbanken und Glossare sind für viele Berufsgruppen und Organisationen unverzichtbar:

  • Übersetzer und Übersetzungsagenturen: Sie nutzen diese Tools zur Wahrung der Konsistenz und Genauigkeit in mehrsprachigen Projekten – besonders bei juristischen, medizinischen oder technischen Übersetzungen.

  • Marketingteams: Zur Gewährleistung einer einheitlichen Markenkommunikation in verschiedenen Sprachen und Kulturen, um Missverständnisse zu vermeiden und die globale Markenpräsenz zu stärken.

  • Fachkräfte in der Kosmetikbranche: Für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und zur korrekten Vermittlung von Produkteigenschaften und Sicherheitsinformationen auf internationalen Märkten.

  • Technische Redakteure und Lektoren: Zur Standardisierung von Begriffen in Handbüchern, Software-Dokumentationen und Benutzeranleitungen – für eine klare und einfache Informationsvermittlung.

  • Akademiker (Forscher und Lehrkräfte): Zur präzisen Verwendung und Erklärung von Fachbegriffen, um die Verständigung innerhalb ihrer Disziplinen zu verbessern.

  • Juristische Fachkräfte: Zur exakten Verwendung von Begriffen in Verträgen und Rechtstexten – essenziell zur Vermeidung rechtlicher Missverständnisse.

  • Mode- und Einzelhandelsunternehmen: Zur einheitlichen Beschreibung von Materialien, Stilrichtungen und Produktionsprozessen – besonders wichtig für globale Geschäftsprozesse und internationale Normen.

 

Terminologiedatenbank oder Glossar: Was passt zu Ihrem Projekt?

Die Auswahl des passenden Tools zur Terminologieverwaltung ist entscheidend für die Effizienz Ihrer Übersetzungsprojekte. Beide Methoden – die Erstellung einer Terminologiedatenbank oder eines Glossars – bieten spezifische Vorteile, je nach Projektanforderungen.

Terminologiedatenbanken: Optimal für Projekte mit komplexer, fachlicher Terminologie oder regelmäßigem Aktualisierungsbedarf. Neben Übersetzungen beinhalten sie häufig auch Definitionen, Kontexte und Anmerkungen zu den Begriffen. Durch ihre Dynamik eignen sie sich besonders für umfangreiche, langfristige Projekte. Außerdem können unerwünschte Begriffe definiert werden, die in keinem übersetzten Material verwendet werden dürfen.

Glossare: Ideal für einfachere Projekte mit begrenztem Fachvokabular. Glossare sind weniger komplex, enthalten meist nur Begriffe mit Definitionen, sind leichter zu erstellen und zu pflegen – perfekt für kleinere Projekte mit stabiler Terminologie.

 

Anleitung zur Erstellung präziser Terminologiedatenbanken und Glossare

Die Erstellung von Terminologiedatenbanken und Glossaren ist entscheidend, um die Genauigkeit und Konsistenz von Übersetzungen in verschiedenen Branchen zu sichern. Diese Werkzeuge bilden das Fundament für ein effektives Terminologiemanagement und können intern oder über eine professionelle Übersetzungsagentur realisiert werden.

Aufbau einer Terminologiedatenbank

  • Vorbereitung und Sammlung: Bestimmen Sie zunächst das Ziel Ihrer Terminologiedatenbank – es definiert den Umfang. Anschließend sammeln Sie relevante Begriffe aus bestehenden Dokumenten – besonders wichtig für Unternehmen, die regelmäßig mit neuen Begriffen konfrontiert werden, z. B. durch externe Partner.

  • Auswahl eines Terminologieverwaltungssystems: Wählen Sie ein System, das Ihre Projektanforderungen erfüllt und die benötigten Funktionen bietet.

  • Definition von Informationsebenen: Strukturieren Sie die Begriffe in mehreren Ebenen. Auf der Konzeptebene werden Begriffe thematisch gruppiert, auf der Sprachebene sprachspezifisch angepasst, auf der Begriffsebene mit Definitionen, Kontexten und Metadaten ergänzt.

  • Integration und Pflege: Nach der Sammlung werden die Begriffe in das gewählte System eingepflegt und vom Unternehmen freigegeben. Die Übersetzungsagentur kann anschließend die Übersetzungen eintragen und die Datenbank bei Bedarf aktualisieren.

Erstellung eines Glossars

  • Zielsetzung und Entwicklung: Definieren Sie den Zweck Ihres Glossars und sammeln Sie vorhandene Materialien. Extrahieren Sie relevante Begriffe, definieren Sie diese klar und ergänzen Sie wichtige Informationen wie Wortart, Synonyme, Antonyme oder Varianten.

  • Verwaltung und Anwendung: Laden Sie das Glossar in Ihre Terminologiesoftware hoch und verknüpfen Sie es mit Ihren Projekten. Übersetzer und Texter erhalten so direkten Zugriff und können die Informationen für eine präzise Terminologieverwendung nutzen.

Tipp: Ergänzen Sie eine Kategorie „Nicht übersetzen“ – z. B. für Markennamen oder geschützte Begriffe – um Übersetzungsfehler zu vermeiden.

Beispiel für einen Eintrag in einer Terminologiedatenbank

Begriff Internet of Things (IoT)
Wortart Die Vernetzung alltäglicher Gegenstände über das Internet, sodass sie Daten senden und empfangen können.
Verwendung im Kontext „Smart Homes nutzen das Internet of Things, um Licht, Heizung und Sicherheitssysteme aus der Ferne zu steuern.“
Erforderliche Übersetzung (Italienisch) Internet delle Cose (IoT)
 

Beispiel für einen Glossareintrag

Begriff Internet of Things (IoT)
Definition Die Vernetzung alltäglicher Gegenstände über das Internet, sodass sie Daten senden und empfangen können.
Empfohlene Übersetzung (Italienisch) Internet delle Cose (IoT)
Anmerkungen Synonyme: Vernetzte Geräte, Netzwerk intelligenter Geräte, IoT-Ökosystem

Die Entwicklung von Terminologiedatenbanken und Glossaren ist eine grundlegende Maßnahme zur Sicherung von Präzision und Konsistenz in der Fachübersetzung. Durch die Standardisierung von Begriffen helfen diese Tools, Missverständnisse zu vermeiden, Übersetzungsfehler zu minimieren und die Qualität von mehrsprachiger Kommunikation zu steigern. Fachleute verschiedenster Branchen – von Übersetzern über Marketing- und Rechtsabteilungen bis hin zu technischen Redakteuren – setzen auf Terminologiemanagement, um weltweit verständliche und genaue Inhalte zu schaffen. Die konsequente Nutzung dieser Ressourcen verbessert nicht nur die globale Kommunikation, sondern macht Terminologiedatenbanken und Glossare zu unverzichtbaren Bestandteilen internationaler Projekte.

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